Kündigungsfristen für Vermieter:

Will der Vermieter kündigen, muss er gestaffelte Kündigungsfristen beachten. Hier kommt es entscheidend auf die Wohndauer an, das heißt die Zeit zwischen Beginn des Mietverhältnisses und dem Tag, an der Mieter das Kündigungsschreiben des Vermieters erhält. Bis zu einer Wohndauer von 5 Jahren gilt eine Kündigungsfrist von 3 Monaten, bei Mietverhältnissen von mehr als 5 Jahren beträgt die Kündigungsfrist 6 Monate und bei Mietverhältnissen, die länger als 8 Jahre dauern, ist eine Kündigungsfrist von 9 Monaten vom Vermieter einzuhalten.

Achtung: Sonnabend auch im Mietrecht Werktag
Der Sonnabend gilt auch im Mietrecht als Werktag. Dies wurde vom Bundesgerichtshof bestätigt. Nach Entscheidung der Richter ist bei den Vorschriften zu einer fristgerechten Wohnungskündigung der Begriff des Werktags „nicht anders zu verstehen als in anderen gesetzlichen Bestimmungen und nach dem allgemeinen Sprachgebrauch“.

Wer die Kündigungsfrist ausreizen will, sollte den Sonnabend als Werktag mitzählen. Verhandelt wurde die Revision einer Mieterin. Sie hatte einen Zeitmietvertrag vereinbart, der zunächst auf den 31. August 2001 befristet war. Darin war vorgesehen, dass eine Kündigung „spätestens am dritten Werktag“ des ersten Monats der dreimonatigen Kündigungsfrist schriftlich eingehen muss. Ansonsten werde sich das Mietverhältnis um ein weiteres Jahr verlängern. Genau an diesem Werktagsbegriff entzündete sich der Streit. Bei der Immobilienfirma, mit der der Mietvertrag abgeschlossen worden war, ging das Kündigungsschreiben am Mittwoch, dem 5. Juni 2002 ein. Dieses Datum war für das Unternehmen aber bereits der vierte Werktag, weil man dort den Samstag als Werktag mitzählte. Das Mitverhältnis galt somit als nicht fristgerecht gekündigt und verlängerte sich daher um ein Jahr.
Die Mieterin hatte die Wohnung zum 31. August 2002 geräumt, zahlte aber nach einem Schreiben der Immobiliengesellschaft noch bis zum Januar 2003 Miete. Diese Zahlungen in Höhe von mehr als 3.300 Euro verlangte sie nun auf dem Klageweg. Ihrer Ansicht nach hatte sie fristgerecht gekündigt, weil der Sonnabend nicht als Werktag anzusehen sei. Diese Ansicht wurde allerdings von keiner der Vorinstanzen bis hin zum Bundesgerichtshof geteilt. Aktenzeichen: VIII ZR 206/04 (Urteil vom 27. April 2005).

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