Insektizidbehandlung

Das Amtsgericht Trier entschied, dass Mieter deren Wohnräume oder gewerblich genutzten Räumlichkeiten mit giftigen Insektiziden behandelt wurden, einen Anspruch auf Schadensersatz haben. Grund für diese Entscheidung war, dass der Vermieter die Wohnräume mit Insektiziden behandelte obwohl der Hersteller offensichtlich darauf hinwies, dass das Produkt aus gesundheitlichen Gründen nicht in geschlossenen Räumen verwendet werden dürfe. Der Mieter hatte hier das Recht auf eine sofortige Mietminderung um 100 % sowie auf eine fristlose Kündigung. Weiterhin hatte der Vermieter für sämtliche Schäden aufzukommen. So musste er Umzugkosten, Arztkosten und Schmerzensgeld und weitere Zusatzaufwendungen wie die Maklergebühren zu bezahlen (Amtsgericht Trier, Urteil vom 14. August 2001, Az: 6 C 549/00). In einem solchen Fall hätte der Vermieter auch die Kosten tragen müssen, wenn er eine Firma mit der Beseitigung des Ungeziefers beauftragt hätte, jedoch hätte er das Geld bei eben diesem Unternehmen zurückfordern können.
Das Landgericht Kiel urteilte in einem Fall, bei dem eine Mietwohnung von Kakerlaken befallen war, zu ungunsten des Mieters. Das Gericht war der Meinung, dass aufgrund der Beschaffenheit der Wohnung keine erhebliche Gesundheitsgefährdung von den Kakerlaken ausgehen konnte. Schließlich befand sich das Ungeziefer nur an einer Stelle im Badezimmer, direkt in einer Nische unter einer Badewanne und konnte dort leicht mit Insektenvernichtungsmitteln besprüht werden. Auch wenn dies auf Grund der gelegten Eier der Kakerlaken keine einmalige Prozedur wäre, sind die Ungeziefer schnell und einfach zu beseitigen, sodass kein Mietminderungsgrund vorliege, (Landgericht Kiel, Urteil vom 5. September 1991, Az: 1 S 12/90).

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