Hausratversicherung: Terrasse gehört nicht zur Wohnung

Eine offene Terrasse gehört ausdrücklich nicht zur Wohnung und ist daher auch nicht Bestandteil einer regulären Hausratversicherung. Um auf einer solchen Terrasse gelagerte Gegenstände im Falle der Beschädigung oder Zerstörung ersetzt zu bekommen, muss eine Zusatzversicherung vorhanden sein. Zu diesem Urteil kam das Amtsgericht München.

Während eines Hagelschauers wurde eine wertvolle Stahlplastik, die auf der zum Garten hin offenen Terrasse einer Kunstsammlerin abgestellt war, ein Opfer des Unwetters. Die Restauration schlug mit 4.000,00 € zu Buche, woraufhin die Klägerin diesen Betrag von ihrer Hausratsversicherung einforderte. Die Versicherung verweigerte jedoch die Zahlung und begründete dies damit, dass kein Versicherungsfall gegeben sei.

Vor dem AG München wurde diese Sichtweise der Versicherung bestätigt. Sofern nicht ausdrücklich anderes im Versicherungsvertrag festgehalten wurde, umfasst die Hausratsversicherung nur Gegenstände, die direkt in der Wohnung oder in Nebenräumen untergebracht sind. Eine offene Terrasse, die nur teilweise von einem Balkon überragt wird oder auch sonst in keiner Weise eingefriedet ist, kann nicht zur Wohnung gezählt werden und ist wie ein Hof oder Garten zu behandeln, so die Münchner Richter zur Begründung. Antennen, Markisen oder ähnliche Teile der Peripherie sind hingegen Bestandteil des Versicherungsvertrags, wie das AG München zusätzlich anmerkte (Amtsgericht München, 251 C 19971/06)

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