Handwerker: Ausnutzen einer Notlage durch Handwerker

Im Folgenden sind einige Beispiele aufgeführt, in denen Gerichte gegen das Ausnutzen einer Notlage durch Handwerksbetriebe vorgingen. Im Vorfeld vereinbarte Pauschalpreise behalten ihre Gültigkeit, auch wenn ein erhöhter Arbeitsaufwand anfällt. Ein Schlüsseldienst verlangte für das nächtliche Öffnen einer Wohnungstür 500,- Euro, was gerichtlich als sittenwidrig und damit unwirksam eingestuft wurde. Ein Handwerksbetrieb darf Monteure nur in der tatsächlich erforderlichen Anzahl schicken und deren Arbeitsleistung in Rechnung stellen. Die Arbeitsleistung eines offensichtlich zu viel anwesenden Monteurs darf vom Rechnungsbetrag abgezogen werden (AG Frankfurt/Main).

Sofern keine besonderen Erschwernisse vorliegen, darf das Notöffnen der Haustür maximal 100,00 € Kosten. Ein Schlüsseldienst hatte das Doppelte verlangt, was vom Gericht als Wucher abgelehnt wurde (AG Lippstadt). Ein vereinbarter Pauschalpreis muss diesen nur dann in voller Höhe begleichen, wenn dieser den ortsüblichen Preisen entspricht und der beauftragte Handwerker sich die Notlage des Auftraggebers nicht zunutze macht. Im vorliegenden Fall wurde das Dreifache des üblichen Satzes verlangt (AG Langenfeld).

Handwerker dürfen Fahrtkosten nur in Rechnung stellen, wenn dies bei der Beauftragung ausdrücklich vereinbart wird (AG Königstein).

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