Feuchtigkeit (Schimmel)

Die Schimmelbildung in einer Mietwohnung führt häufig zu Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter. Dabei geht es dann natürlich vorrangig um die Frage, wer die Schimmelbildung verursacht bzw. begünstigt hat.

Bei Schimmel handelt es sich um einen Mangel, der mindestens den Anspruch auf Mietminderung berechtigt, in besonders gravierenden Fällen auch zur fristlosen Kündigung durch den Mieter. Voraussetzung ist in beiden Fällen allerdings, dass die Schimmelbildung nicht durch den Mieter begünstigt wurde, etwa durch falsche Lüftung der Wohnung, sondern dass der Schimmel eine Folge von baulichen Mängeln ist.

Die Beweislast liegt hierbei auf Seiten des Vermieters, der den Nachweis erbringen muss, dass beim Bau bzw. der Isolierung des Hauses keine Fehler gemacht wurden. Sollte dies gelingen, so wird in der Regel ein Verschulden des Mieters angenommen.

Der Mieter ist verpflichtet im zumutbaren Rahmen für ausreichende Lüftung zu sorgen, um der Bildung von Schimmel vorzubeugen. Darüber, was zumutbar ist, gibt es allerdings verschiedene Ansichten. Ein zweimaliges Lüften von mindesten 20 Minuten wird aber durch die Bank wohl von allen Gerichten als zumutbar angesehen werden. Diese Mindestanforderung dürfte wohl auch für die kalte Jahreszeit gelten, wobei das Kippen der Fenster allgemein nicht als ausreichende Lüftung angesehen wird. Die Entscheidung erfolgt immer im Einzelfall auf der Grundlage objektiver Bewertungsgrundlagen.

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